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Bachrohre: Die lebensfeindlichen Engpässe verschwinden

Obere Ahr-Hocheifel: Wenige Baumaßnahmen schützen hochwertige Gewässer - Arbeiten im Eichenbachtal und im Dreisbachtal

Das Naturschutz-Großprojekt Obere Ahr-Hocheifel (OAH) nimmt zwei weitere Etappen. Im Eichenbachtal und im Dreisbachtal stehen Renaturierungsmaßnahmen an. Dort werden bestehende Betonrohre abgerissen, weil sie den Lebensraum der Fische und weiterer Gewässerlebewesen abschneiden. Deren Wanderwege sollen wieder hergestellt werden. Experten sprechen von „aquatischer Durchgängigkeit für wandernde Organismen in den Gewässern". Die Kreisverwaltung Ahrweiler erklärt Einzelheiten.

Im Eichenbachtal wurden vier solcher Rohrdurchlässe ersetzt, und zwar durch zwei Brücken mit Stahlbeton-Haubenprofilen, eine Plattenüberfahrt und eine Furt. Die alten Rohrdurchlässe waren lebensfeindliche Engpässe für Tiere und Pflanzen an und im Gewässer. In solchen Rohren erhöht sich die Fließgeschwindigkeit, das Wasser schießt hindurch. Am Auslauf der Verrohrung entsteht meist ein Absturz, eine Art Wasserfall. Für viele Fischarten und andere Bachlebewesen ist dies ein unüberwindbares Hindernis auf ihrem Weg bachaufwärts.

Die Arbeiten im Eichenbachtal zwischen den Orten Eichenbach und Lommersdorf in der Gemarkung Aremberg sind abgeschlossen. Im Dreisbachtal, unterhalb von Ohlenhard, werden zurzeit vier Rohrdurchlässe - einer davon 35 Meter lang - zurückgebaut und durch drei kleine Brücken mit Stahlbeton-Haubenprofilen sowie einer Plattenüberfahrt ersetzt.

An diesen Baustellen wird der Pflege- und Entwicklungsplan von OAH umgesetzt. Die Maßnahmen genießen eine hohe Priorität für das Naturschutz-Großprojekt. Denn in den naturschutzfachlich besonders hochwertigen Gewässern lässt sich mit vergleichsweise wenigen Maßnahmen die Durchgängigkeit auf der gesamten Gewässerstrecke wiederherstellen.

Weitere wichtige Projektziele in den Bachtälern sind die Erhaltung und Entwicklung artenreicher extensiv genutzter Grünlandflächen, die Einrichtung von Gewässerrandstreifen sowie die Umwandlung von Nadelholz-Monokulturen in naturnahen Laubwald.

Obere Ahr-Hocheifel ist das umfangreichste Naturschutzvorhaben des Kreises Ahrweiler und wird in der Verbandsgemeinde Adenau umgesetzt. Um die wertvollen Gewässerauen am Oberlauf der Ahr weiterzuentwickeln und für kommende Generationen zu erhalten, investieren der Bund, das Land Rheinland-Pfalz und der Kreis Ahrweiler zehn Millionen Euro. Das Gesamtprojekt ist auf 12,5 Jahre angelegt. Weitere Vorteile neben der Ökologie liegen beim Hochwasserschutz, der Landwirtschaft und im Tourismus. - Mehr Info: www.obere-ahr-hocheifel.de.

Foto: Im Eichenbachtal zwischen den Orten Eichenbach und Lommersdorf sind vier Verrohrungen verschwunden, weil sie Hindernisse für Fische und andere Gewässerlebewesen darstellten.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 04.11.2015

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