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"Du heiratest ja doch!"

Veranstaltung "Frau und Beruf" - Gedanken der Gleichstellungsbeauftragten

Im Vorfeld des Internationelen Frauentages, zu dem die Kreisverwaltung Ahrweiler eine Veranstaltung anbietet, äußert die Gleichstellungsbeauftragte des AW-Kreises, Evelyn Dirks, einige Gedanken.

"Du heiratest ja doch!" So hören es nach den Worten von Evelyn Dirks auch heute noch viele junge Mädchen, wenn es um ihre Berufsausbildung geht. Was steckt hinter einer solchen Aussage? Mädchen brauchen angeblich keine lange Ausbildung, "die nur Geld kostet." Dieses Geld sei "unnütz ausgegeben", wenn eine Frau Kinder hat und nicht mehr berufstätig sein kann. Heirat bedeute in den Vorstellungen der meisten Menschen immerwährende Liebe, Ehe und gemeinsames Altwerden. "Aber dies entspricht nicht mehr der heutigen Wirklichkeit", rückt die Gleichstellungsbeauftragte die Verhältnisse zurecht.

Bundesweit wird jede dritte Ehe geschieden. In Großstädten trennt der Scheidungsrichter jede zweite Partnerschaft. Mit 85 Prozent stellen Frauen den weitaus größten Teil der Alleinerziehenden dar. Bundesweit sind davon 2,8 Millionen Frauen betroffen. Bei den Sozialhilfeempfängern macht der Prozentsatz der Alleinerziehenden und der Frauen über 60 Jahren ebenfalls den größten Teil aus. Frauen, die keinen eigenen Rentenanspruch erwerben, seien im Alter auf die Rente des Ehemannes angewiesen, fährt Dirks fort. Der Rentenanspruch selbst liege nur bei 70 Prozent des Durchschnittslebenseinkommens. Bei einer Witwenschaft bedeute dies für die Ehefrau nur 60 Prozent dieser 70 Prozent des Ehemannes.

So kommt es nach Meinung von Evelyn Dirks zu Aussagen wie: "Zwischen mir und der Armut steht der Ehemann" und "Altersarmut ist Frauenarmut". Die Zeiten der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen seien nicht rentenerwerbsfähig. So arbeite die Frau jahrelang oft unentgeltlich für die Gesellschaft - nehme zugleich aber wichtige Aufgaben wahr, wie die AW-Gleichstellungsbeauftragte kritisiert.

Eigentlich solle man jungen Mädchen raten: "Obwohl Du vielleicht heiratest und Kinder zu versorgen sind, denke an eine gute Berufsausbildung. Glaube nicht, daß eine Heirat Dich für immer versorgt". Jede Partnerschaft müsse vor allem mit Blick auf die Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf überdacht werden, fordert Dirks.

Mit solchen und ähnlichen Fragen befaßt sich die Infoveranstaltung der Kreisverwaltung zum Themenschwerpunkt "Frau und Beruf" an der Berufsbildenden Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler am Samstag, 7. März, ab 10.30 Uhr im Rahmen des Internationalen Frauentages (8. März). Dr. Mechthild Cordes, Soziologin aus Trier, hält das Einführungsreferat. Ansprechpartner von Arbeitsamt, Beratungsstellen, Gewerkschaft, Familienbildungsstätte, Landfrauenverband, Kreisverwaltung und anderen Einrichtungen stehen bis 17 Uhr zur Verfügung. Für die Betreuung der Kinder ist gesorgt. Der Leckerbissen zum Abschluß: Das Frauenkabarett "Die Weberinnen" nimmt das Thema "Frau und Beruf" humorvoll auf die Schippe (Beginn 20 Uhr; Kartenvorverkauf 15 Mark an der BBS und im Foyer der Kreisverwaltung; Abendkasse 20 Mark). - Info: Kreisverwaltung Ahrweiler, Gleichstellungsbeauftragte Evelyn Dirks, Ruf 02641/975-349.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 05.02.1998

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