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"Prävention darf keine Eintagsfliege sein"

Kreis-Jugendamt bot Studientag für Erzieher, Lehrer und Jugendarbeiter

Prävention ist eine Aufgabe für alle. Prävention ist keine Expertendisziplin, sondern Beziehungsarbeit für Politik, Schulen, Kinder, Jugendliche, Eltern und Familien. Dies ist die Auffassung jener Mitarbeiter, die in der Kreisverwaltung Ahrweiler für Jugendpflege zuständig sind.

Eingehend besprochen wurde das Thema beim Studientag Prävention, den das Kreis-Jugendamt jüngst veranstaltete. Dazu wurden alle Einrichtungen im Kreis Ahrweiler angeschrieben, die in der Kinder- und Jugendarbeit, der Sozialarbeit und der Bildungsarbeit tätig sind. 83 Erzieher, Lehrer und hauptamtliche Fachkräfte der Jugend- und Jugendsozialarbeit folgten der Einladung. Diese hohe Teilnehmerzahl war für Jugend- und Sozialdezernentin Veronika Fischer ein Beweis dafür, "daß Prävention Hochkonjunktur hat".

Der Begriff Prävention, der sich mit "Vorbeugung" nur teilweise umschreiben läßt, will die Lebenskompetenzen vor allem junger Menschen stärken und sie damit vor negativen Einflüssen schützen. Zu solch negativen Einflüssen zählt nicht nur das typische Beispiel Drogen. Gemeint sind alle Fehlentwicklungen, also auch Gewaltbereitschaft, Eß- und Spielsucht oder der Konsumrausch. Im heutigen Verständnis habe sich Prävention von der Abschrekkungspädagogik der 70er und 80er Jahre verabschiedet, wurde bei der Fortbildung immer wieder betont. Prävention heute verfolge das zentrale Ziel, Kinder und Jugendliche stark zu machen, um sie so gegen Fehlentwicklungen zu wappnen.

Auch der Gesetzgeber stellt nach den Worten von Veronika Fischer gegenüber den Trägern der Jugendhilfe "deutliche Weichen für präventives Handeln im Sinne von vorbeugendem Eingreifen". Fischer verwies dazu auf das Kinder- und Jugendhilfegesetz, das die Rechtsgrundlage für Jugendhilfe in Deutschland vorgibt.

Der Studientag Prävention vermittelte eine breite Informationspalette aus Theorie und Praxis. Nach drei Fachvorträgen bestand ausführliche Gelegenheit für einen Meinungsaustausch. Als Referenten sprachen Professor Dr. Robert Frietsch, Dozent an der Fachhochschule Koblenz für Sozialpädagogik, der unter anderem Drogenbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz war; Christian Rausch von der Jugend- und Drogenberatung Mainz gilt als Präventionsexperte mit einem entsprechenden Lehrauftrag an der Uni Mainz; und Ernst Servais, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung und Lebensbewältigung im belgischen Eupen, leitet Europäische Projekte der Suchtvorbeugung.

Übereinstimmung herrschte in der Meinung, daß Prävention eine langfristige Angelegenheit sein müsse und nicht als Eintagsfliege verpuffen dürfe. Dazu müßten auch langfristige Strukturen aufgebaut werden. Daher versteht sich das Kreis-Jugendamt auch als federführende Einrichtung, von der aus dezentral und vor Ort Fäden in die Städte, Gemeinden, Jugendzentren und Vereine gezogen werden. 


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 05.02.1998

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