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Hochwasserschutz plus Naturschutz in der Eifel

Trierbach in M├╝sch: Bachbett ausweiten, heranschie├čendes Wasser bremsen - Naturschutz-Gro├čprojekt Obere Ahr-Hocheifel

Der Kreis Ahrweiler wird den M├╝ndungsbereich des Trierbachs in M├╝sch naturnah umgestalten. Das Bachbett oberhalb der M├╝ndung in die Ahr wird ausgeweitet. Das hat einen Doppeleffekt: Neben einer Aufwertung im Sinne des Naturschutzes geht es um Hochwasserschutz. Au├čerdem wird ein Betonbauwerk abgerissen.

Die Trierbach-Ma├čnahme, f├╝r deren Planung der Kreis- und Umweltausschuss jetzt gr├╝nes Licht gegeben hat, l├Ąuft im Rahmen des Naturschutz-Gro├čprojekts Obere Ahr-Hocheifel (OAH) in der Verbandsgemeinde Adenau. Der Unterlauf des Trierbachs ist ein Bestandteil des OAH-Pflege- und Entwicklungsplans.

Vorbeugende Ma├čnahmen gegen Hochwasser ergeben sich aus der Umsetzung des OAH-Projekts. Neben der ├ľkologie und dem Hochwasserschutz profitiert auch die Landwirtschaft. Und der sanfte Tourismus, denn nat├╝rliche Fluss- und Bachauen pr├Ągen wesentlich den Erholungs- und Erlebniswert einer Landschaft.

Die Effekte zur Vorbeugung von Hochwasser und den daraus folgenden ├ťberschwemmungen lassen sich am Beispiel M├╝sch veranschaulichen. Der Trierbach wird naturnah umgestaltet und erh├Ąlt wieder mehr Platz, um sich innerhalb des Bachbetts und der Aue auszubreiten. Au├čerdem entstehen dort Str├Âmungshindernisse, die das bei Starkregen heranschie├čende Wasser abbremsen.

Konkret geht es um zwei Wasserbauma├čnahmen. Zum einen: Der letzte Abschnitt des Bachs ist derzeit begradigt, das Bachbett stark eingeengt. Das f├╝hrt zu Problemen bei Hochwasser, weil das Wasser weitgehend ungehindert abw├Ąrts schie├čt und sich an Engp├Ąssen, Br├╝cken beispielsweise, zur├╝ckstaut. Die Folgen waren bei den Unwetterereignissen im Juni dieses Jahres in M├╝sch zu sp├╝ren. Die Ortsgemeinde M├╝sch stellt gemeindeeigene Grundst├╝cke bereit, damit der Bach auf den letzten 150 Metern wieder gen├╝gend Raum erh├Ąlt, um Laufverlagerungen, Kiesb├Ąnke und Kolke auszubilden. Das bremst den Wasserdurchlauf und verbessert den Lebensraum f├╝r die Bachlebewesen.

Zum zweiten besteht oberhalb der Ortslage von M├╝sch eine massiv befestigte Beton-Furt mit eingebautem Rohrdurchlass. Der Trierbach st├╝rzt hier ├╝ber einen 80 bis 100 Zentimeter hohen Absatz - eine Art Wasserfall, der f├╝r bachaufw├Ąrts wandernde Fisch un├╝berwindbar ist. Dieses Betonkonstrukt wird weitgehend abgerissen und durch eine naturnahe Furt ersetzt. Der Wirtschaftsweg, der dort den Triebach quert, bleibt durchfahrbar.

Der Trierbach hat nach Einsch├Ątzung der Kreisverwaltung eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung. Das 25 Kilometer lange Gew├Ąsser mit seinen zahlreichen Nebenb├Ąchen bildet neben der Ahr das zweitgr├Â├čte Flie├čgew├Ąssersystem in der Verbandsgemeinde Adenau. Er ist auf fast seiner gesamten Flie├čstrecke aquatisch durchg├Ąngig, also f├╝r Bachlebewesen passierbar, und naturnah strukturiert. Eine Ausnahme ist bislang der M├╝ndungsbereich in die Ahr. Gerade ein solcher Bereich, wo zwei Gew├Ąsser zusammentreffen, gilt wegen der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen als ├Âkologisch besonders wichtig.

Foto: Der Trierbach in M├╝sch kurz vor der M├╝ndung in die Ahr ist begradigt und - vor allem bei Hochwasser - zu eng. Das wird sich ├Ąndern.

Foto: Keine Chance f├╝r Fische, die bachaufw├Ąrts wandern wollen: Deshalb wird die Beton-Furt oberhalb von M├╝sch abgerissen und naturnah umgebaut.


© Kreisverwaltung Ahrweiler - 14.10.2016

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