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Jodtabletten sind an Kommunen im AW-Kreis verteilt

Wegen der N├Ąhe zum belgischen Atomkraftwerk Tihange bietet die benachbarte Region Aachen der Bev├Âlkerung die Verteilung von Jodtabletten an. Der Kreis Ahrweiler liegt au├čerhalb der akuten Gef├Ąhrdungszone von Tihange. Hier wurden die Jodtabletten an die Kommunen im Kreisgebiet ausgeteilt. Die Kreisverwaltung schildert den Sachstand.

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hat den Kreis Ahrweiler aufgefordert, 72.000 Jodtabletten an die St├Ądte Bad Neuenahr-Ahrweiler, Sinzig, Remagen, die Verbandsgemeinden Adenau, Altenahr, Bad Breisig, Brohltal und die Gemeinde Grafschaft weiterzuverteilen, um eine schnelle Versorgung der Bev├Âlkerung zu gew├Ąhrleisten. Die Verteilaktion ist abgeschlossen.

Die Katastrophenschutzplanung der ADD f├╝r die Umgebung der Kernkraftwerke Biblis, Philippsburg, Neckarwestheim, Cattenom, Chooz und Tihange (KatS-Plan KKW) bildet die Grundlage f├╝r die Katastrophenschutzma├čnahmen in Rheinland-Pfalz. Aufgrund der ge├Ąnderten Rahmenbedingungen durch die Ereignisse von Fukushima wird die Katastrophenschutzplanung der ADD derzeit fortgeschrieben und soll Ende 2018 abgeschlossen sein.

Eine wichtige Katastrophenschutzma├čnahme in dieser Planung ist die sogenannte Jodblockade. Als Jodblockade bezeichnet man das ÔÇ×Blockieren" der Schilddr├╝se mit nicht radioaktivem Jod durch die Einnahme spezieller, hochdosierter Jodtabletten als Schutzma├čnahme bei einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk. Diese speziellen Jodtabletten verhindern das Einlagern von radioaktivem Jod in der Schilddr├╝se und damit die erh├Âhte Gefahr, an Schilddr├╝senkrebs zu erkranken. Sie sch├╝tzen nicht vor anderen radioaktiven Stoffen.

Der richtige Zeitpunkt der Einnahme der Jodtabletten ist Grundvoraussetzung daf├╝r, dass die Jodblockade funktioniert. Nimmt man die Jodtabletten zu sp├Ąt ein, dann kann radioaktives Jod zuvor von der Schilddr├╝se aufgenommen werden. Nimmt man die Jodtabletten zu fr├╝h ein, dann ist das zugef├╝hrte nicht-radioaktive Jod schon wieder ganz oder teilweise abgebaut. Die Ausgabe der Jodtabletten an die Bev├Âlkerung im Einsatzfall erfolgt erst nach Anweisung durch die Katastrophenschutzleitung der ADD.

Ma├čgeblich f├╝r die Verteilung der Jodtabletten durch die Katastrophenschutzbeh├Ârden an die Bev├Âlkerung ist die Kaliumiodidverordnung des Bundes. Nach den bundesweit geltenden Rahmenempfehlungen f├╝r den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen m├╝ssen die Jodausgabestellen innerhalb von 12 Stunden ausgabebereit sein. Diese zeitliche Vorgabe war mit dem bisherigen Konzept der zentralen Lagerung von Jodtabletten in Rheinland-Pfalz nicht einzuhalten. Durch die Umstellung des Konzeptes der zentralen Lagerung auf die dezentrale Lagerung der Jodtabletten in den Kommunen ist eine erheblich schnellere Ausgabe im Ereignisfall gew├Ąhrleistet. Dies tr├Ągt somit auch zur Sicherheit der Bev├Âlkerung bei.

Der Landkreis Ahrweiler liegt mit mehr als 100 Kilometern Entfernung vom n├Ąchsten Kernkraftwerk Tihange gem├Ą├č der Katastrophenschutzplanung des Landes au├čerhalb der ÔÇ×akuten Gef├Ąhrdungszone" und ist der Zone ÔÇ×Rheinland-Pfalz" zugeordnet. In diesem Radius ist die Versorgung von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren und Schwangeren vorgesehen.

Entsprechend den Vorgaben der ADD wurden die zur Verf├╝gung gestellten 72.000 Jodtabletten auf die acht Verbandsgemeinden und St├Ądte im Kreis Ahrweiler verteilt, wo sie in den Rath├Ąusern gelagert werden. Die Jodtabletten werden im Ereignisfall von dort auf die im Verteil-Konzept festgelegten Ausgabestellen in den Ortsgemeinden, Ortsteilen und St├Ądten weiterverteilt. Die ├Ârtlichen Ausgabestellen werden zum Beispiel in den Feuerwehrh├Ąusern oder Wahllokalen eingerichtet.

Grundlage f├╝r die Weiterverteilung der Jodtabletten an die einzelnen Kommunen war die Einwohnermeldung vom Mai 2017 der zu ber├╝cksichtigenden Personengruppe der Kommunen an das Statistische Landesamt, plus ein Zuschlag von 50 Prozent f├╝r Schwangere, kurzfristig anwesende Berechtigte (Studenten, Austauschsch├╝ler, Urlauber etc.) sowie Schwankungen bei der Anzahl der berechtigten Menschen.


© Kreisverwaltung Ahrweiler - 01.09.2017

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